1859 bis heute.
Jedes Ereignis trägt seine Quelle und seinen Beleggrad. belegt durch eine Quelle gestützt · wahrscheinlich durch Indizien.
Vorgeschichte
Bier in Kassel
1395
Erste Belege für das Bierbrauen in Kassel
Nach Recherchen des Historikers Christian Presche. Nur wer in Kassel ansässig war, durfte Bier ausschenken.
1575
Erste Kasseler Bierordnung
Landgraf Wilhelm IV. schreibt Mindestmengen für Gerste und Malz vor und verbietet die Zugabe von Hafer.
ab 1830
Felsenkeller zur Kühlung
Bier wird zunehmend in Felsenkellern gelagert, darüber entstehen Ausflugslokale, etwa am Kratzenberg an der Kölnischen Straße.
Mitte 19. Jh.
19 Brauereien in einer Stadt mit weniger als 40.000 Einwohnern
Erste Generation
Adolf Kropf
1859
Adolf Kropf eröffnet die „Bayerische Bierhalle“
An der Mittelgasse (Nr. 56), unweit der Martinskirche: Gaststätte und Brauerei zugleich. Der Nähe zur Kirche verdankt das Bier seinen Namen „Martini“. Gebraut wird auf bayerische Art, untergärig und dunkel.
1866
Kassel wird preußisch
Kurhessen wird Teil Preußens, Kassel Provinzhauptstadt. Die Jubiläumsschrift erzählt die Brauereigeschichte vor diesem Hintergrund.
1895
Neubau an der Kölnischen Straße
Auf einem Felsengrundstück mit tiefen Gewölben, weil die Bierhalle nicht mehr erweitert werden konnte. Im selben Jahr entsteht an der Hafenstraße die Herkules-Brauerei, später der wichtigste Wettbewerber.
Zweite Generation
Georg Kropf
1903
Georg Kropf zieht in die Villa Sophienstraße 1
Zunächst als Mieter, später als Eigentümer.
1909
Tod des Gründers – Georg übernimmt
Zahlreiche Erweiterungsbauten folgen.
1917
Tod Georg Kropfs
Im Ersten Weltkrieg, mit 43 Jahren. Direktor Hermann Holste führt die Firma als Sachwalter.
Dritte Generation
Erich Kropf
1929
Erich Kropf übernimmt mit 21 Jahren
Nach dem Tod von Direktor Holste. Neue Absatzgebiete in Nordhessen und Südniedersachsen, Erwerb der Johanniter-Quelle.
um 1934
Festgespann vor dem Ziergiebel „Brauerei A. Kropf“
Bildunterschrift 1984: „Festgespann vor 50 Jahren“; Fassaufschrift „75 Ja…“.
1942/43
Zerstörung in den Bombennächten
Stammhaus und große Teile der Brauerei an der Kölnischen Straße werden zerstört. Wiederaufbau unter Erich Kropf.
1957
Tod Erich Kropfs – Hildegard Kropf führt
Bis die Söhne Helmut und Erich das Erbe übernehmen.
Vierte Generation
Helmut und Erich Kropf
1967
164.000 Hektoliter Ausstoß
1977
Über 500.000 Hektoliter
So die Firmenschrift: eine Steigerung um über 330.000 hl in zehn Jahren. Die HNA nennt 2025 dagegen „jährlich bis zu 250.000 Hektoliter“. Der Widerspruch ist offen.
1983
Bundeskanzler Helmut Kohl besucht die Brauerei
Mit ihm die Brüder Erich und Helmut Kropf, Axel N. Zarges und Walter Wallmann. Im selben Jahr wird Helmut Kropf ins Präsidium der IHK Kassel berufen.
1984
125 Jahre Privatbrauerei A. Kropf
Das Martini PRO BIER Journal erscheint, herausgegeben von Helmut und Erich Kropf. Über 100 Lkw, etwa hundert Millionen Flaschen im Jahr.
6. März 1985
Der erste Container „Kropf Edel Pils“ geht in die USA
30.000 Flaschen „German Beer made in Kassel“. Der Vorstoß auf den US-Markt bleibt ohne nachhaltigen Erfolg. Am 30. September 1985 berichtet die hessenschau mit Helmut Kropf.
Nach der Familienzeit
Martini Brauerei
1992
Verkauf an die Henninger-Bräu AG
Mit sinkendem Bierabsatz endet die Zeit des Familienbetriebs. Sie hatte 1859 begonnen.
1997
Übernahme durch die Einbecker Brauhaus AG
Im Oktober 1997, laut Wikipedia mit dem Ziel, die Brauerei zu erhalten.
2014–2015
Produktion wird nach Einbeck verlagert
2016
Schließung nach über 150 Jahren
Das Ende der Brauerei an der Kölnischen Straße.
2017
Abriss angekündigt
„Im Frühjahr wird die Martini-Brauerei abgerissen.“
2026
Das KROPF ARCHIV entsteht
Bestandsaufnahme von 73 Objekten aus dem Familienarchiv.