
Vier Generationen.
Adolf, Georg, Erich, dann Helmut und Erich Kropf. 125 Jahre lang lag die Brauerei in der Hand einer Familie. Hier steht, was belegt ist, und was noch offen.
Helmut und Erich Kropf, 1984 · KROPF-BILD-0026 · KROPF-ARCHIV-0001 · S. 3
Ⅰ–ⅤStammbaum
Was die Quellen tragen.
Durchgezogene Rahmen sind belegt. Gestrichelte stammen aus nur einer, nicht unabhängig geprüften Quelle. Weitere Familienmitglieder werden ergänzt, sobald Belege vorliegen.
Eltern · überliefert
I · Gründer
II · Sohn
III · Sohn
IV · Söhne
V · „die allmählich heranwächst“

Adolf Kropf
„Ein Mann von Weitblick“
- Name
- Adolf Andreas Christian, genannt Adolf Kropf [Q1 · S. 4]
- Beruf
- Ursprünglich im Baufach, dann Brauer und Unternehmer [Q1 · S. 4]
- 1859
- Erwirbt das Haus Mittelgasse 56 und braut Bier auf bayerische Art [Q1 · S. 4]
- 1895
- Neues Brauereigebäude an der Kölnischen Straße [Q1 · S. 4]
- Tod
- 1909 [Q1 · S. 4]
Herkunft. Die Jubiläumsschrift führt die Familie auf einen Hof im Berchtesgadener Land zurück, Adolf habe sich in Kassel „seßhaft“ gemacht. [Q1 · S. 4] Ein Leserbrief von 2017 widerspricht: Der Vater Johann Christian Kropf sei schon Ende der 1820er-Jahre nach Kassel gekommen, Adolf habe hier die Realschule und die Höhere Gewerbeschule besucht. [Q5]
Lebensdaten 1833–1909 und die Ehe 1859 mit seiner Kusine Johanna Schulz (1841–1919) nennt bisher nur der Leserbrief. [Q5]

Georg Kropf
Kommerzienrat
- Herkunft
- Sohn von Adolf Kropf [Q1 · S. 4]
- 1903
- Bezieht die Villa Sophienstraße 1 am Weinberg, zunächst als Mieter, später als Eigentümer [Q2]
- 1909
- Übernimmt die Unternehmensführung; zahlreiche Erweiterungsbauten [Q1 · S. 4]
- Titel
- „Kommerzienrat“ [Q1 · S. 4]
- Tod
- 1917, mit 43 Jahren [Q2]
Alte Kasseler erinnerten sich, wie der Kommerzienrat mit seiner Chaise und stattlichem Gespann durch die Stadt fuhr, um Wirte und Kundschaft zu besuchen. [Q1 · S. 4]

Erich Kropf
Der Wiederaufbauer
- Herkunft
- Sohn von Georg Kropf [Q2]
- 1920er
- Wohnt einige Jahre in der Villa Sophienstraße 1 [Q2]
- 1929
- Übernimmt mit 21 Jahren die Leitung des Betriebs [Q1 · S. 5]
- Wirken
- Neue Absatzgebiete, Erwerb der Johanniter-Quelle, Wiederaufbau nach 1942/43; Handelsrichter, Brauerbund [Q1 · S. 5]
- Ehe
- Hildegard Kropf, die nach seinem Tod das Unternehmen führt [Q1 · S. 5]
- Tod
- 1957 [Q1 · S. 5]
Das Porträt trägt in der Jubiläumsschrift die Unterschrift „Erich Kropf“, in der Reihe Adolf – Georg – Erich. Gemeint ist damit sehr wahrscheinlich die dritte Generation, nicht der gleichnamige Enkel. [Q1 · S. 17]
IVVierte Generation
„Ein Bier braucht Heimat und Tradition.“
Die Söhne von Erich und Hildegard Kropf übernahmen das Erbe von der Mutter. 1984 gaben sie zum 125-jährigen Bestehen das Martini PRO BIER Journal heraus. [Q1 · S. 5] [Q1 · S. 40]


„Eine Privatbrauerei kann und muß in der Tat anders geführt werden als ein Konzern-Unternehmen.“ So steht es 1984 in der Jubiläumsschrift unter dem Namen Erich Kropf. [Q1 · S. 17]
Helmut Kropf war seit Anfang 1983 Mitglied des Präsidiums der Industrie- und Handelskammer Kassel. [Q1 · S. 22] Im selben Jahr empfingen die Brüder Bundeskanzler Helmut Kohl in der Brauerei. [Q9]
Schon 1984 blickt die Schrift auf die „5. Kropfsche Familien-Generation, die allmählich heranwächst“. [Q1 · S. 18]
Die Villa am Weinberg.
1903 zog Brauereibesitzer Georg Kropf in die Gründerzeitvilla an der Sophienstraße 1, am westlichen Rand des Kasseler Weinbergs. Nach seinem Tod vermieteten die Erben das Haus. In den 1920er-Jahren wohnte sein Sohn Erich einige Jahre dort. [Q2]
Ein früherer Chauffeur erzählte 1954 in der HNA, er habe vier Kropf-Generationen durch Kassel gefahren. Die Villa wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Auf dem Grundstück steht heute der Bodeturm, Kassels ältestes Hochhaus. [Q2]
Nicht nur Kropfs.
- Anna Hohl
- Wirtin der Bayerischen Bierhalle, über vier Jahrzehnte Pächterin [Q1 · S. 4]
- Hermann Holste
- Direktor, „treuer Firmen-Sachwalter“ nach Georgs Tod, † 1929 [Q1 · S. 5]
- Immo Engelhardt
- Direktor und Dipl.-Brauingenieur, 1984 an der Spitze der Braumeister [Q1 · S. 9]
- Belegschaft
- Viele Betriebsangehörige waren 25, 40 oder gar 50 Jahre bei „ihrer“ Brauerei [Q1 · S. 5]