Helmut und Erich Kropf am Schreibtisch, beide im dunklen Anzug.
Die Familie

Vier Generationen.

Adolf, Georg, Erich, dann Helmut und Erich Kropf. 125 Jahre lang lag die Brauerei in der Hand einer Familie. Hier steht, was belegt ist, und was noch offen.

Helmut und Erich Kropf, 1984 · KROPF-BILD-0026 · KROPF-ARCHIV-0001 · S. 3

Ⅰ–ⅤStammbaum

Stammfolge der Unternehmerfamilie

Was die Quellen tragen.

Durchgezogene Rahmen sind belegt. Gestrichelte stammen aus nur einer, nicht unabhängig geprüften Quelle. Weitere Familienmitglieder werden ergänzt, sobald Belege vorliegen.

Eltern · überliefert

Johann Christian Kropf1806–1876 · nach Q5
Johanna Katharina Philippine Schulz1806–1888 · nach Q5

I · Gründer

Adolf Kropf† 1909 · Q1 S. 4
∞ Johanna Schulz1841–1919 · Ehe 1859 · nach Q5

II · Sohn

Georg KropfKommerzienrat · † 1917 · Q1 S. 4, Q2

III · Sohn

Erich Kropf† 1957 · Q1 S. 5, Q2
∞ Hildegard KropfUnternehmensführung ab 1957 · Q1 S. 5

IV · Söhne

Helmut KropfInhaber 1984 · Q1
Erich KropfInhaber 1984 · Q1

V · „die allmählich heranwächst“

Fünfte Generationerwähnt 1984 · Q1 S. 18 · Namen folgen
Adolf Kropf
I · Der GründerAdolf KropfPorträt, Abdruck in der Jubiläumsschrift 1984 mit der Unterschrift „Adolf Kropf – der Firmengründer“.
I · Der Gründer

Adolf Kropf

„Ein Mann von Weitblick“

Name
Adolf Andreas Christian, genannt Adolf Kropf [Q1 · S. 4]
Beruf
Ursprünglich im Baufach, dann Brauer und Unternehmer [Q1 · S. 4]
1859
Erwirbt das Haus Mittelgasse 56 und braut Bier auf bayerische Art [Q1 · S. 4]
1895
Neues Brauereigebäude an der Kölnischen Straße [Q1 · S. 4]
Tod
1909 [Q1 · S. 4]
Widerspruch offen

Herkunft. Die Jubiläumsschrift führt die Familie auf einen Hof im Berchtesgadener Land zurück, Adolf habe sich in Kassel „seßhaft“ gemacht. [Q1 · S. 4] Ein Leserbrief von 2017 widerspricht: Der Vater Johann Christian Kropf sei schon Ende der 1820er-Jahre nach Kassel gekommen, Adolf habe hier die Realschule und die Höhere Gewerbeschule besucht. [Q5]

überliefert

Lebensdaten 1833–1909 und die Ehe 1859 mit seiner Kusine Johanna Schulz (1841–1919) nennt bisher nur der Leserbrief. [Q5]

Georg Kropf
II · Zweite GenerationGeorg KropfPorträt mit der Unterschrift „Georg Kropf“ in der Jubiläumsschrift 1984.
II · Zweite Generation

Georg Kropf

Kommerzienrat

Herkunft
Sohn von Adolf Kropf [Q1 · S. 4]
1903
Bezieht die Villa Sophienstraße 1 am Weinberg, zunächst als Mieter, später als Eigentümer [Q2]
1909
Übernimmt die Unternehmensführung; zahlreiche Erweiterungsbauten [Q1 · S. 4]
Titel
„Kommerzienrat“ [Q1 · S. 4]
Tod
1917, mit 43 Jahren [Q2]
Erinnerung

Alte Kasseler erinnerten sich, wie der Kommerzienrat mit seiner Chaise und stattlichem Gespann durch die Stadt fuhr, um Wirte und Kundschaft zu besuchen. [Q1 · S. 4]

Erich Kropf
III · Dritte GenerationErich KropfPorträt mit der Unterschrift „Erich Kropf“ in der Jubiläumsschrift 1984.
III · Dritte Generation

Erich Kropf

Der Wiederaufbauer

Herkunft
Sohn von Georg Kropf [Q2]
1920er
Wohnt einige Jahre in der Villa Sophienstraße 1 [Q2]
1929
Übernimmt mit 21 Jahren die Leitung des Betriebs [Q1 · S. 5]
Wirken
Neue Absatzgebiete, Erwerb der Johanniter-Quelle, Wiederaufbau nach 1942/43; Handelsrichter, Brauerbund [Q1 · S. 5]
Ehe
Hildegard Kropf, die nach seinem Tod das Unternehmen führt [Q1 · S. 5]
Tod
1957 [Q1 · S. 5]
Zu bestätigen

Das Porträt trägt in der Jubiläumsschrift die Unterschrift „Erich Kropf“, in der Reihe Adolf – Georg – Erich. Gemeint ist damit sehr wahrscheinlich die dritte Generation, nicht der gleichnamige Enkel. [Q1 · S. 17]

IVVierte Generation

Helmut und Erich Kropf

„Ein Bier braucht Heimat und Tradition.“

[Q1 · S. 18]

Die Söhne von Erich und Hildegard Kropf übernahmen das Erbe von der Mutter. 1984 gaben sie zum 125-jährigen Bestehen das Martini PRO BIER Journal heraus. [Q1 · S. 5] [Q1 · S. 40]

Helmut Kropf
KROPF-ARCHIV-0001 · S. 18Helmut KropfSeit Anfang 1983 im Präsidium der IHK Kassel.
Erich Kropf
KROPF-ARCHIV-0001 · S. 18Erich KropfMitinhaber und Mitherausgeber 1984.

„Eine Privatbrauerei kann und muß in der Tat anders geführt werden als ein Konzern-Unternehmen.“ So steht es 1984 in der Jubiläumsschrift unter dem Namen Erich Kropf. [Q1 · S. 17]

Helmut Kropf war seit Anfang 1983 Mitglied des Präsidiums der Industrie- und Handelskammer Kassel. [Q1 · S. 22] Im selben Jahr empfingen die Brüder Bundeskanzler Helmut Kohl in der Brauerei. [Q9]

Schon 1984 blickt die Schrift auf die „5. Kropfsche Familien-Generation, die allmählich heranwächst“. [Q1 · S. 18]

Sophienstraße 1

Die Villa am Weinberg.

1903 zog Brauereibesitzer Georg Kropf in die Gründerzeitvilla an der Sophienstraße 1, am westlichen Rand des Kasseler Weinbergs. Nach seinem Tod vermieteten die Erben das Haus. In den 1920er-Jahren wohnte sein Sohn Erich einige Jahre dort. [Q2]

Ein früherer Chauffeur erzählte 1954 in der HNA, er habe vier Kropf-Generationen durch Kassel gefahren. Die Villa wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Auf dem Grundstück steht heute der Bodeturm, Kassels ältestes Hochhaus. [Q2]

Die Menschen der Brauerei

Nicht nur Kropfs.

Anna Hohl
Wirtin der Bayerischen Bierhalle, über vier Jahrzehnte Pächterin [Q1 · S. 4]
Hermann Holste
Direktor, „treuer Firmen-Sachwalter“ nach Georgs Tod, † 1929 [Q1 · S. 5]
Immo Engelhardt
Direktor und Dipl.-Brauingenieur, 1984 an der Spitze der Braumeister [Q1 · S. 9]
Belegschaft
Viele Betriebsangehörige waren 25, 40 oder gar 50 Jahre bei „ihrer“ Brauerei [Q1 · S. 5]